Maßschneider und Maßkonfektionär stellen individuelle Maßkleidung her – also Kleidung nach dem Maß der Kundin bzw. des Kunden. Hauptunterschied ist der, dass der Maßschneider die Kleidung zusammen mit seinen Praktikanten, Aushilfen und Festangestellten selbst herstellt, der Maßkonfektionär bedient sich in der Herstellung eines Industrieunternehmens, dass die Kleidung nach den gewünschten Maßen ebenfalls individuell herstellt. Durch den Prozess ergeben sich folgende Unterschiede:

1. Beratungsgespräche vorab: Im Idealfall kein Unterschied: Beim ersten Kontakt erfolgt ein Kennenlerner.Der gute Berater stellt fest, wie einerseits qualitäts- und stilbewusst dewr Kunde ist, auf der anderen Seite, wie preisempfindlich er ist. Er erhält dadurch einen ersten Beratungskorridor, der immer weiter verfeinert wird. Der AUswahl der Anfertigungstechnologie und des Produzenten folgt dann die Stoffwahl sowie die Ausgestaltung der fertigen Kleidungsstücke. Bei Erstvermaßung rechnen wir 30-60 Min. für die Ausgestaltung und 30-60 Minuten für die Vermaßung.

2. Vermaßung: Der Maßschneider nimmt die Körpermaße per Maßband ab, der gute Maßkonfektionär nimmt die Körpermaße ebenfalls entweder per Maßband oder 3-D-Laserscanner (z.B. Rebmann Maßkonfektion) ab. Der Maßschneider korrigiert diese Maße während der Herstellung innerhalb der unterschiedlichen Anproben jedes Mal, da er immer nur Zwischenstände anfertigt, der Maßkonfektionär hat diese Möglichkeit nicht – der Feinschliff erfolgt erst nach Anprobe des fertigen Maßteils, da dieses industriell hergestellt ist. Deshalb erfolgt beim Maßkonfektionär eine zweite Vermaßung anhand einer Konfektionsgröße des unter 1. gewählten Anbieters, anhand derer mit Stecknadeln vor dem Spiegel die genaue Veränderung des Schnittes nach Kundenwunsch besprochen wird. Erst wenn alle Fragen nach Wohlgefühl und Taillierungsgrad besprochen sind wird der Anzug mit der unter 1. besprochenen Ausgestaltung geordert.

3. Fertigprodukt: Im Idealfall passt beides perfekt. Bei der Maßkonfektion muss häufig nach der Anprobe nochmals Feinschliff erfolgen aufgrund der fehlenden Anproben zwischendurch. Nach jeder Anprobe wird das Maßprofil korrigiert und steht für die nächste Anfertigung zur Verfügung. Die Anmutung des fertigen Kleidungsstücks ist durch die industrielle Herstellung sehr perfekt. Die Anmutung des handgeschneiderten Anzugs ist nicht ganz so industriell perfekt, vermittelt aber ein wenig mehr „Leben“, die Kanten und Nähte sind im Zweifel nicht so exakt, aber eben handgemacht. Bei der Maßkonfektion gibt es unterschiedliche Grade des Handfertigungsanteils. Werden sichtbare Nähte und Ärmeleinsatz von Hand gefertigt, verschwimmt der „Lebend“-Unterschied. Zurück bleibt die industriell korrekte Ausführung mit guten Qualitätskontrollen. Allerdings verschwimmt dann auch der Preisunterschied, der bei rein industrieller Fertigung per se noch gravierend ist.

4. Wertung und Quintessenz: In Deutschland gibt es keine Handvoll Maßschneider mehr, die einen perfekten Sitz gewährleisten können und auch das entsprechende Know-How besitzen – in Niedersachsen ist uns keiner bekannt. Möglicherweise noch zu finden in Düsseldorf, Hamburg oder München. Mit hochwertiger Maßkonfektion, Kompetenz in Beratung, Vermaßung, Farb- und Stil sowie ein wenig Geduld (für den Feinschliff) können Sie die Ergebnisse toppen.